Eine kleine Amöneburger Geschichte Eigener Fall


Gespostet von Ortsdiener Fritz ® , Jul 24,2002,14:23       Archive
Es war einmal vor langer, langer Zeit. da lebten die Menschen noch friedlich in Amöneburg zusammen. Jeder kennt jeden und jeder ist mit jedem per Du. Es ist still und beschaulich in diesem wunderschönem Städtchen.
Dann passiert es. Ein Unheil braut sich zusammen. Ein Neuling aus Berlin zieht in unser ruhiges Städtchen. Nicht etwa, daß wir Amöneburger etwas gegen Fremde haben, aber so etwas. Alles verändern will dieser Berliner. "Hier werde ich erstmal Aufräumen", so sagte er mal wortwörtlich. (Warum dieser Berliner überhaupt hier zu uns auf den 365 m hohen Basaltkegel zog, ist uns erst viel später bekannt geworden).
Anfangs verhielt er sich ja noch ganz friedlich. Man grüßte Ihn und man achtete Ihn als neuen Mitbürger.Aber dann.
Achso bevor ich´s vergessen einen kleinen Freund hat er auch noch aus seiner alten Heimat mitgebracht, einen wunderschönen Fotoapparat. Er liebt Ihn wie man nur seinen besten Freund lieben kann.

Überall ist Klein-Fotoapparat dabei, beim allmorgentlichen Joggen, beim beliebten radeln auf den Marburger Lahnbergen, beim Straßekehren usw..
Das liebste Hobby der beiden ist das bildliche Festhalten von angeblichen Strafdelikten. Sei es vor seinem Haus, oder sonstwo in unserem Örtchen. Überall und bei jeder noch so unwichtigen Lapalie wittern die beiden ein Verbrechen, welches sofort dokumentiert wird. Ist doch selbstverständlich.
Ein Verbrechen?? Bei uns?? In unserem verträumten Städtchen?? Ist es z.B. ein Vergehen am Straßenrand zu parken innerhalb einer geschlossenen Ortschaft, wo weit und breit kein Halteverbotschild steht?? Oder ist es ein Vergehen auf seinem Grundstück einen Autoreifen zu wechseln oder im eigenen Garten zu sitzen und sich gemütlich das wohlverdiente Abendbrot zu gönnen?? Nunja, für unseren Berliner und Klein-Fotoapparat anscheinend schon. Und so geht das nun schon mehrere Jahre mit den beiden.

Verständlicherweise brachten die beiden dadurch eine gewisse Unruhe in unsere Heimat. Waren wir so etwas doch überhaupt nicht gewohnt. Aber den beiden schien es Spass zu machen. Natürlich wurde von unserem Berliner auch fleißig Anzeigen geschrieben, mit beiliegenden Fotos. Die Schränke unserer Polizei in Stadtallendorf und Marburg sind mittlerweile prall gefüllt davon. Die Armen können einem schon leid tun. Angebliche Falschparker, Ruhestörer usw. Alles was bei uns im Ort geschah war angeblich rechtswidrig. Dabei haben die Jungs doch wirklich wichtigeres zu tun als sich um die kleinen Lapalien unseres Berliners zu kümmern und stundenlang belangloses Zeug aufzunehmen. Uns haben solche Kleinigkeiten bisher nie gestört. Wenn mal z. B. einer nicht ganz nach dem Gesetz geparkt hat, mein Gott da hammer halt mal beide Augen zugedrückt, wir sind schließlich alle keine Engel.

Unsere zwei Helden, haben sich durch Ihr übereifriges Rechtsbewußtsein wirklich keine Freunde geschaffen und so ist es verständlich das wir Berger-Leut daraufhin verärgert reagierten.Der ein weniger, der andere halt ein bischen mehr. Einige setzten sich zur Wehr und wagten unsere beiden Freunde mal ein wenig auf die Füße zu treten. Nur die zwei verstanden nicht warum.

Eines Nachts gabe es Tumulte (man kann es im Beschwerdezentrum nachlesen.)Nur der Ärger ging leider von unserem Berliner und Klein-Fotoapparat aus und nicht von irgendeinem Schläger. Der besagte Mann kann noch nicht mal einer Fliege ein Bein ausreißen. Also unsere beiden Freunde waren mal wieder aus reiner Langeweile auf eifriger Suche nach einem Strafdelikt und was machen Sie? Ohne Grund wird einfach ein gesellige Runde vor einer Kneipe fotografiert und beschimpft. Soll das etwa strafbar sein in einem Biergarten zu sitzen?? Leider haben unsere beiden vergessen, daß nicht jeder sich von Ihnen alles gefallen läßt. Tja und da ging halt schon mal die Haustürscheibe zu bruch. Aber unser hochstudierter Berliner ist ja clever und meint er müßte sich als Opfer dahinstellen. Dabei hat er leider nicht bemerkt, daß viele unserer Stadtbewohner das Schauspiel von vorn bis bis zum großen Finale hinter nächtlichen Fensterscheiben beobachtet haben. Also bittschön bei der Wahrheit bleiben.

Keiner bezweifelt, daß unser Berliner ein hochstudierter und gebildeter Mann ist, nur hätte er sich mehr im positiven Sinne bei uns Einführen sollen.Er hätte z. B. sein Wissen und seine überragende Computerkenntnisse an unsere Jugendliche in Form eines Computer-Kurses weitergeben können, oder vielleicht sich einen unserer zahlreichen Vereine anschließen sollen, so wie viele Neulinge, die zu uns kamen es getan haben. Vielleicht im Heimat und Verkehrsverein, Sportverein, Blaskapelle usw. Es gibt so vieles bei uns. Wir sind ein kulturell interessiertes Städtchen und kein sozialer Brennpunkt, wie unser Berliner uns abstempelt.

Naja, vielleicht ändert sich ja noch die ganze Sache und er überdenkt mal das ein oder andere, damit wir endlich in Frieden miteinander leben können. Wir Amöneburger sind in mancher Hinsicht vielleicht etwas Starrköpfig, aber nicht nachtragend.

Hoffen wir alle das beste.

Mit freundlichen Grüßen von der schönen Amöneburg

Der Ortsdiener Fritz (der es nur gut meint)



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