Am 25.1.2003 auf der Hauptversammlung des Bundesverbands zum Schutz vor Rechtsmissbrauch überreichte mir Baron Schweinsberg folgendes Schreiben:
Der Mut, mit dem der Baron an der einmal erkannten Wahrheit festhält, ist vorbildlich. Da ihm in geziemender Frist keine Antwort zuteil wurde, mahnte er den Präsidenten des hessischen Landtags so oft, bis dieser zurücktreten wollte.
Es geht hier nicht um Kleinigkeiten. Die Gewaltentrennung ist eine Grundlage des Rechtsstaats. Es geht auch nicht nur um den SPD-Abgeordneten Manfred Gönsch. Offenbar unterlaufen viele Richter die Gewaltentrennung. Das geht aus dem folgenden Brief der Präsidentin des Oberlandesgerichts Frankfurt am Main hervor.
Die Ausführungen der OLG-Präsidentin sind skandalös. Richter halten zwar anderen Gesetze vor. Doch stellen sie die eigenen Gesetzesverstöße als untadelig dar.
Dass nicht einmal alle Juristen die Rechtsauffassung der OLG-Präsidentin teilen, zeigt die Drucksache 12/4933 des Hessischen Landtags vom 8.8.1989. Der damalige Justizminister Karl-Heinz Koch (CDU) - Vater des gegenwärtigen Ministerpräsidenten Roland Koch - erklärte im Landtag:
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Auch Kreistage sind Körperschaften des öffentlichen Rechts. Koch setzte die Gewaltentrennung sogar gegen den Widerstand eines Landgerichtspräsidenten durch:
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Die Hessen-CDU war 1987 erstmals gegen die seit Jahrzehnten herrschende SPD angekommen und hatte Ursache sich durch korrektes Verhalten zu unterscheiden.
2002: Besonders krass wurde die Gewaltentrennung in Rheinland-Pfalz missachtet.
Dort maßt sich eine Landrätin Sabine Röhl (SPD) an zugleich Richterin am Verfassungsgericht zu sein.
Zu den juristischen Konsequenzen erklärt Baron Schweinsberg: "Hiermit werden Sie in die Lage versetzt, zur Zeit jeden Richter wegen Befangenheit abzulehnen und jede Gerichtsentscheidung anzufechten."
Er fordert die direkte Wahl aller Richter durch das Volk.
2006: Auch in Nordrhein-Westfalen hat Rainer Hoffmann die Missachtung der Gewaltentrennung ausgemacht: Vogt, Dirk (SPD), multipler Funktionär eines Kreistags, ist zugleich Richter. Hoffmanns Beschwerden provozierten unannehmbare Antworten aus dem Bundesjustizministerium und vom Landrat.
Bei Betrachtung der vielen Nebentätigkeiten des Richters Vogt erhebt sich zudem die Frage, ob die nicht endenden Klagen der Richter, sie seien so sehr überlastet, der Wahrheit entsprechen.
2006: In Hessen sitzt die CDU fest genug an der Macht. Korrektes Verhalten muss sie nicht mehr zeigen. Sie macht einen der ihren - Dr. Christoph Ullrich (CDU) - zum Präsidenten des Landgerichts Marburg. Ullrich ist zugleich Abgeordneter im Kreistag Limburg-Weilburg.