Hetze an den Geisteswissenschaftlichen Instituten

BRD Bubis Rache Diktatur

Ignatz Bubis, Präsident des Zentralrats der Juden, starb am 13.8.1999. "Bubis Rache Diktatur" fiel mir im Frühsommer 2001 auf. Ein paar Wochen später war der Name "Bubis" schwarz bekrakelt und die Wörter "Rache" und "Diktatur" durchgestrichen. Aus der Zeit stammt das Foto: 27.7.2001. Im Herbst 2002 wurden alle drei Wörter schwarz überdeckt. Darunter wurde die Parole Antisemiten angreifen aufgeschrieben und mit Hammer und Sichel geschmückt. Ein Links-Chaot war privat-unternehmerisch tätig geworden. Weder Universitätsleitung noch Professoren hatten Sorgfalt walten lassen.

An den Geisteswissenschaftlichen Instituten ist immer viel los - im negativsten Sinn des Worts. Nie scheint es Professorenschaft und Universitätsleitung zu stören, von Polizei und Staatsanwaltschaft ganz zu schweigen. Die folgenden Fotos wurden im Frühjahr 2004 aufgenommen. Am Portal:

Heil Hitler mit Hakenkreuz am
Portal des Geisteswissenschaftlichen Institute in Marburg

Hakenkreuz und HEIL HITLER.

Das Hauptgebäude wird ringsum durch rechteckige Säulen gestützt. Fast alle waren besprüht wie diese:

Heil Hitler und Sieg Heil 
mit Hakenkreuz an den Geisteswissenschaftlichen Instituten in Marburg

HEIL HITLER, SIEG HEIL und Hakenkreuze massenweise.

Zugleich wurden die dort abgestellten Fahrräder demoliert:

Demolierte Fahrräder an den 
Geisteswissenschaftlichen Instituten der Uni Marburg

Die Fahrräder wurden aus den Ständern gerissen. Auf ihnen wurde herumgetrampelt. Teile wurden abmontiert und gestohlen.

Zwischen den Geisteswissenschaftlichen Instituten und der Wilhelm-Röpke-Straße stehen einige Garagen, die ebenfalls der Uni Marburg gehören. Das folgende Foto wurde am 9.2.2004 aufgenommen, als ich die meisten der Hakenkreuze, SIEG HEILs und HEIL HITLERs, von denen einige oben zu sehen sind, schon übermalt hatte. Auf der Garage hatte ich gerade "EAT" und "TO" überstrichen, als jemand auf den Auslöser der Kamera drückte:

DEATH TO ZOG auf einer Garage
bei den Geisteswissenschaftlichen Instituten der Uni Marburg

Links im Bild der Pinsel. In "DEATH TO ZOG" bedeutet ZOG Zionist Occupied Government, "DEATH TO ZOG" also Tod der jüdisch unterwanderten Regierung. Der Spruch kam in Mode, als ein Neonazi ankündigte, er würde den französischen Staatspräsidenten Jaques Chirac erschießen (The Independent 17.7.2002):

Maxime Brunerie, who is 25, placed a message in English on the site run by Combat 18, a neo-Nazi organisation, the day before his assassination attempt in Paris. It read: "Watch the TV this Sunday. I will be the star. Death to ZOG, 88!"

Am Tag vor seinem Mordversuch veröffentlichte der 25-jährige Maxime Brunerie (der größte Bräuner) eine englische Botschaft auf einer Website, die von der Neonazi-Organisation Combat 18 (Kampfgruppe Adolf Hitler) betrieben wird: "Guckt in die Glotze an diesem Sonntag. Ich werde der Held sein. Tod der jüdisch unterwanderten Regierung, Heil Hitler!"

In Deutschland verübten Neonazis ähnlichen Schwachsinn, indem sie behaupteten, der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl heiße in Wirklichkeit "Henoch Kohn", sei "Talmud-Jude" und vom "Rat der Weisen Zions" ausgesandt um das deutsche Volk zu verderben.

Schließlich habe ich auch "ZOG" überstrichen.

Wer behauptet, die Philipps-Universität in Marburg sei links, hat sich nicht sachkundig gemacht. Die Marburger Uni ist und war reaktionär.

Erst jetzt kommt langsam heraus, was die Alma Mater zwischen 1933 und 1945 getrieben hat. Rektor und Dekane hatten kaum andres zu tun, als sich bei jeder Gelegenheit mit schräg erhobenen rechten Armen aufzustellen. Dabei hatten die Magnifizenzen schwarze Nachthemden an und Mützen auf dem Kopf, die wie schmutzverkrustete Unterhosen aussehen (z.B. Marburger UniJournal April 2002, S.20-21).

Professoren der Marburger Uni 
machen Heil Hitler vor dem Denkmal des Emil von Behring

Nazi-Richter Erich Schwinge, der Todesurteile zu verantworten hatte, wurde nach 1945 erst Dekan der rechtswissenschaftlichen Fakultät und später sogar Rektor der gesamten Marburger Uni. Schwinge, der es mit der Mannszucht hatte, bildete die Juristen aus, mit denen wir uns heute ergötzen dürfen.

Im Grund ist die Frage nach der politischen Ausrichtung zweitrangig. Das Personal der deutschen Hochschulen besteht vorwiegend aus dritt- bis viertklassigen Opportunisten. Sie freuen sich, wenn bessre Leute verschwinden und sie deren Stellen einnehmen dürfen.

Viele NS-Verbrecher durften sich nach 1945 im deutschen Staatsapparat betätigen. Das gilt für alle Ämter, besonders aber für die Justiz.

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