Ignatz Bubis, Präsident des Zentralrats der Juden, starb am 13.8.1999. "Bubis Rache Diktatur" fiel mir im Frühsommer 2001 auf. Ein paar Wochen später war der Name "Bubis" schwarz bekrakelt und die Wörter "Rache" und "Diktatur" durchgestrichen. Aus der Zeit stammt das Foto: 27.7.2001. Heute (Herbst 2002) sind alle drei Wörter schwarz überdeckt. Darunter ist die Parole Antisemiten angreifen mit Hammer und Sichel geschmückt. Ein Links-Chaot ist privat-unternehmerisch tätig geworden. Weder Universitätsleitung noch Professoren haben Sorgfalt walten lassen.
Wer behauptet, die Philipps-Universität in Marburg sei links, hat sich nicht sachkundig gemacht. Die Marburger Uni ist und war reaktionär.
Erst jetzt kommt langsam heraus, was die Alma Mater zwischen 1933 und 1945 getrieben hat. Rektor und Dekane hatten kaum andres zu tun, als sich bei jeder Gelegenheit mit schräg erhobenen rechten Armen aufzustellen. Dabei hatten die Magnifizenzen schwarze Nachthemden an und Mützen auf dem Kopf, die wie schmutzverkrustete Unterhosen aussehen (z.B. Marburger UniJournal April 2002, S.20-21).
Nazi-Richter Erich Schwinge, der Todesurteile zu verantworten hatte, wurde nach 1945 erst Dekan der rechtswissenschaftlichen Fakultät und später sogar Rektor der gesamten Marburger Uni. Schwinge, der es mit der Mannszucht hatte, bildete die Juristen aus, mit denen wir uns heute ergötzen dürfen.
Im Grund ist die Frage nach der politischen Ausrichtung zweitrangig. Das Personal der deutschen Hochschulen besteht vorwiegend aus dritt- bis viertklassigen Opportunisten. Sie freuen sich, wenn bessre Leute verschwinden und sie deren Stellen einnehmen dürfen.
Viele NS-Verbrecher durften sich nach 1945 im deutschen Staatsapparat betätigen. Das gilt für alle Ämter, besonders aber für die Justiz.