Das Nazi-Kennwort Jägermeister

Jägermeister-Auto aus Großenhain in Marburg Dass mit Jägermeister etwas nicht stimmt, wird auch in den Massenmedien wahrgenommen. Jägermeister sei ein "Kultschnaps der Jungen". Da ist zwar was dran. Doch um sich zu betrinken, sind andere alkoholische Getränke besser geeignet. Auch ist es nur ein bestimmter Teil der "Jungen", der Jägermeister gut findet.

Zum Bild rechts: Neonazis aus Sachsen am 9.9.2006 zu Gast bei Nazi-Freunden in Marburg. Auch hessische Neonazis geben sich mit Jägermeister-Aufklebern zu erkennen; die Dörfer sind voll damit. Das hier gezeigte Auto ist jedoch besonders, weil es mit Neonazi-Symbolen überladen ist: Der wählbare Teil des amtlichen Kennzeichens  DE 18  ist als "Deutschland Adolf Hitler" zu lesen. Ein Missverständnis ist wegen der Häufung unmöglich.

Nazis sind gute Kunden, weil sie dumm sind und ihnen Geld leicht aus der Tasche zu ziehen ist. Der Schnaps Jägermeister wurde 1935 nach Absprache mit NS-Reichsmarschall Hermann Göring auf den Markt gebracht. Göring hatte das Wort "Jägermeister" volkstümlich gemacht und sich selbst zum "Reichsjägermeister" befördert; zuvor war "Jägermeister" ungebräuchlich. Der Hauptmacher des Schnapses war Mitglied der NSDAP. In diesem Sinn ist Jägermeister eine Marke, die von und für Nazis gemacht worden ist, mehr noch sogar als Thor Steinar.

Jägermeister passt um so besser, weil die Jagd als Vergnügen eine Vorform des Faschismus ist. Jägervereine, in denen Tiere zum Spaß abgeknallt werden, üben Perversitäten, die irgendwann auch an Menschen ausprobiert werden. Ähnlich geht es zu in den kleinstbürgerlich-spießigen Angelsportvereinen.

meisjaeg.jpg Manche wollen ihre Neigung zur Gewälttätigkeit noch deutlicher machen. Sie zerschneiden den Jägermeister-Aufkleber in der Mitte und kleben die Stücken in verkehrter Reihenfolge hinten ins Auto.

Bei Aufklebern in Autos bleibt es nicht. Wenn Neonazis kund tun wollen, dass sie eine Party für Nazis vorbereiten, setzen sie das Wort Jägermeister in ihre Ankündigung. Eindrucksvoll - an mindestens fünf Stellen - geschah das in einer Liste der Burschenschaft 'Germania'. (Darin ziemlich weit oben das Inserat der Neonazis aus Mücke, deren Rechtsextremismus nicht einmal von Polizisten geleugnet wird.)

Es ist kein Zufall, dass das oben gezeigte Neonazi-Auto aus Großenhain stammt. Großenhain ist eine Stadt in Sachsen, noch provinzieller als Marburg, die von Neonazis bereits beherrscht wird.


In der Nacht zum 10.9.2006 sollte im Conny-Wessmann-Haus die Fußball-Weltmeisterschaft kabarettistisch aufgearbeitet werden. Schon vor Mitternacht erschienen vier Männer in Thor-Steinar-Kleidung, wurden aber abgewiesen. Sie holten sich Verstärkung. Gegen Mitternacht drangen etwa 30 betrunkene Neonazis in den Club ein. Sie trugen T-Shirts "Treu-Stolz-Deutsch", brüllten: "Scheiß-Zecken" und forderten: "Macht was Deutsches!" Die Polizei drängte die Eindringlinge aus dem Haus. Doch am frühen Sonntagmorgen kamen 15 Neonazis zurück. Sie traten Türen und Fenster ein und schrien, sie würden die Leute im Club "platt machen".

In den Tagen danach unterstützte der CDU-Bürgermeister von Großenhain die Neonazis: Er untersagte dem überfallenen Club bis zum Jahresende jede Veranstaltung, schränkte die Öffnungszeiten ein und drohte mit Schließung, und zwar mit der Begründung, der Club habe in jener Nacht zu wenige Ordner gestellt.

Quellen: Frankfurter Rundschau vom 27.9.2006,
Pressemitteilung der Jusos Sachsen vom 22.9.2006: "Großenhain kapituliert vor Neonazis"

Extremer Neonazi-Schlitten fotografiert am Lindauer Tor in Amöneburg 30.6.2009.

Jägermeisterauto in Amöneburg mit Südstaatenflagge und Racing

Jägermeister-Aufkleber, Südstaatenflagge und Racing. Im Englischen kann "race" Rennen oder Rasse bedeuten. Im vorliegenden Fall ist wegen des Kontexts kein Zweifel möglich.

Jägermeisterauto in Amöneburg mit Südstaatenflagge und Racing

Es ist, als ob auf das Dach ein Hakenkreuz aufgemalt, auf die Hinterscheibe "Sieg Heil" aufgeklebt und auf die Seite "Klatscht alle Neger" aufgesprüht wäre. Die Karre insgesamt ist angeberisch aufgemotzt, was auf subnormale geistige Fähigkeiten des Halters schließen lässt.

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